Gemeinsam wachsen.
Gemeinsam helfen.
Ein Club findet seinen Weg: mit neuen Mitgliedern, beständiger Hilfsarbeit und Erlebnissen, die verbinden.

Ein Club wächst über sich hinaus
In den siebziger Jahren wuchs der Lions Club Hannover-Tiergarten personell und in seinen Aufgaben. Aus ersten Hilfsaktionen wurden dauerhafte Beziehungen. Die Kinderheimat in Kirchrode, die damalige Blindenanstalt und das Altenwerk Anderten gehörten zu den Einrichtungen, denen sich die Mitglieder verbunden fühlten. Persönliche Begegnungen standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie finanzielle Unterstützung.
Die Berichte erzählen auch von Schwierigkeiten: schwankender Beteiligung, ehrgeizigen Vorhaben, die sich nicht verwirklichen ließen, und der Suche nach einem geeigneten Treffpunkt. Gerade dadurch wird sichtbar, wie sich der Club entwickelte – durch beharrliche Arbeit, offene Gespräche und gemeinsame Erlebnisse.
Neue Mitglieder und ein neuer Patenclub
Hans-Joachim Rosenthal stellte sein Präsidentenjahr 1970/71 unter das Ziel, neue Mitglieder zu gewinnen. Zugleich suchte der Club Kontakte für eine internationale Partnerschaft. Freundschaftliche Begegnungen führten unter anderem nach Schleswig-Holstein und zu dänischen Lionsfreunden.
Eine besondere Aufgabe entstand mit dem neuen Lions Club Hannover-Calenberg. Tiergarten übernahm die Gründungspatenschaft. Unter Walter Herr wurde die Verbindung 1971/72 weiter gefestigt. Gemeinsame Veranstaltungen und Besuche halfen auch den neu aufgenommenen Mitgliedern, im Club anzukommen.
Die Hilfsarbeit blieb konkret: Weihnachtsfeiern mit der Kinderheimat, Unterstützung für die Landesblindenanstalt und Angebote für das Altenwerk. Eine geschenkte Stereoanlage wurde in der Landesblindenanstalt mit einem Schallplattenkonzert eingeweiht.
Zusammenhalt braucht einen Ort
Der Brand des Esso-Hotels traf den Club in Horst Tietz’ Amtsjahr 1972/73. Mit dem bisherigen Clublokal ging ein vertrauter Treffpunkt verloren. Übergangslösungen machten regelmäßige Clubabende schwieriger; auch die Beteiligung litt darunter.
Tietz beschrieb sein Jahr dennoch nicht nur als Zeit der Enttäuschungen. Die Zusammenarbeit mit anderen hannoverschen Clubs wurde enger. Ein gemeinsames Frühlingsfest unterstützte die Multiple-Sklerose-Hilfe. Vorträge, Wanderungen und Einladungen in die Häuser der Mitglieder hielten das Clubleben lebendig.
Auch unter Hans Bloser 1973/74 blieb die Suche nach einer festen Bleibe ein Thema. Gleichzeitig rückte Hannover in den Blick der Lionswelt: Weltpräsident Tris Coffin kam zu Besuch, und im Mai 1974 fand die Gesamtdistriktversammlung im Kuppelsaal statt.
Hilfe mit Ausdauer
Unter Lambert Müller 1974/75 wurde Gründungspräsident Herbert Piechowiak die Ehrenmitgliedschaft angetragen. Die bestehenden Activities liefen weiter – etwa mit einem Ausflug der Kinderheimat in den Vogelpark Walsrode und einer Weihnachtsfeier.
Nicht jede Idee ließ sich umsetzen. Die geplante Rollschuhbahn für die Landesblindenschule blieb trotz wiederholter Bemühungen unrealisiert. Auch diese Erfahrung gehört zur Geschichte: Ein großes Ziel allein genügt nicht; Mittel und Möglichkeiten müssen zusammenpassen.
73 Helfer und 11.000 Pflanzen
Werner Kahlaus Jahr 1975/76 brachte nach einer offenen Aussprache neuen Schwung. Freundschaftliche Besuche, gemeinsame Feiern und eine interne Club-Gazette stärkten die Verbindung untereinander.
Besonders eindrücklich war die Hilfe bei der Wiederaufforstung nach den großen Waldbränden. Am 1. Mai 1976 kamen laut Kahlaus Bericht 73 Helfer zusammen: Clubmitglieder, ihre Familien, Leos und Kinder der Kinderheimat. Gemeinsam brachten sie 11.000 Pflanzen in den Boden – früher als geplant.
Die Arbeit war für viele ungewohnt. Gerade der gemeinsame Einsatz machte sie zu einer bleibenden Erinnerung und stärkte den Zusammenhalt. Zum Abschluss wurde eine Eiche gepflanzt.

Freundschaft und Familien gehören dazu
Im Amtsjahr 1976/77 von Jesussek sollten ein Drittel der Veranstaltungen gemeinsam mit den Partnerinnen stattfinden. Ausflüge und persönliche Begegnungen ergänzten die Vortrags- und Diskussionsabende. Auch die Hilfe ging weiter, etwa mit einem Besuch im Pottspark zusammen mit der Kinderheimat und einer weiteren Pflanzaktion.
Zum zehnten Charterjubiläum 1977 blickte Winfried Grützner auf Geleistetes und ungenutzte Möglichkeiten zurück. Die Erinnerung an die ersten zehn Jahre verband er mit dem Auftrag, die Hilfsbereitschaft lebendig zu halten. Freundschaft und tätige Hilfe sollten weiterhin zusammengehören.
Kuchenverkauf wird zur Tradition
Im Präsidentenjahr 1978/79 von Wilhelm Messner kam eine neue Activity hinzu: Nachhilfe für Kinder, die zusätzliche Unterstützung beim Lernen brauchten. Der Club arbeitete dafür mit dem schulpsychologischen Beratungsdienst der Stadt Hannover zusammen.
Zugleich liefen die Vorbereitungen für das 300-jährige Bestehen des Tiergartens. Das Fest fiel in das Amtsjahr 1979/80 von Dieter Schlöbke. Mit selbst gebackenem Kuchen, einer Bilderversteigerung und einer Münzprägung sammelte der Club Mittel zur Unterstützung von Kindern mit Behinderungen.
Der Kuchenverkauf entwickelte sich zu einer festen Einrichtung. Er brachte Einnahmen für die Hilfsarbeit und eine gemeinsame Aufgabe, an der sich auch die Partnerinnen und später die Leos beteiligten. So entstand aus einem Jubiläumsfest eine Tradition.
Zusammengestellt von Detlef Lehner nach dem Präsidentenbuch und weiteren Unterlagen zur Clubgeschichte. Aktuelle Clubberichte